Weg frei: Die Pkw-Maut kommt! Fragen und Antworten

Geschrieben von am. Veröffentlicht in Auto & Geld

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Der jahrelange Streit um die Pkw-Maut ist beendet. Denn: Nun ist der Weg für die Einführung einer Straßengebühr auf deutschen Autobahnen und Bundesstraßen frei. Trotz erheblicher Kritik ließ der Bundesrat die Gesetzesänderungen passieren. Der deutsche Autofahrer soll nicht zusätzlich belastet werden. AUTOFAHRERSEITE.EU hat in konkreten Fragen und Antworten das Thema zusammengefasst.

In vielen europäischen Ländern muss für das Fahren auf den Autobahnen gezahlt werden – künftig auch in Deutschland. Die umstrittene Pkw-Maut ist beschlossene Sache. Das Gesetzespaket zur sogenannten Infrastrukturabgabe passierte den Bundesrat. Ein Antrag auf Anrufung des Vermittlungsausschusses fand keine Mehrheit. Somit steht fest: Ab 2019 müssen Autofahrer auf deutschen Autobahnen zahlen.

Vor allem Bundesländer mit Außengrenzen wie Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg hatten sich für Nachbesserungen ausgesprochen, weil sie negative Auswirkungen im Grenzverkehr für Pendler und Gegenmaßnahmen der betroffenen Nachbarn befürchten.

Im zweiten Anlauf

Eigentlich war die Pkw-Maut schon 2015 beschlossen worden. Doch kurz darauf eröffnete die EU-Kommission ein Verfahren wegen der Verletzung von EU-Recht gegen Deutschland, wodurch die Gesetze bisher nicht umgesetzt. Zentraler Streitpunkt war der Vorwurf einer Benachteiligung von Fahrern aus dem Ausland, da nur Inländer für Mautzahlungen vollständig über eine geringere Kfz-Steuer entlastet werden sollen. Im Dezember 2016 einigte man sich mit Brüssel auf Änderungen am Modell.

Diese Nachbesserungen sind nun beschlossene Sache. Konkret sollen die Preise der Kurzzeittarife für Fahrer aus dem Ausland stärker differenziert werden. Inländer mit abgasarmen Euro-6-Autos sollen als Ausgleich für Mautzahlungen um 100 Millionen Euro zusätzlich bei der Kfz-Steuer entlastet werden. Die Einnahmen sollen in die die Infrastruktur - Straßenbau und die Instandsetzung - fließen.

Am angestrebten Ertrag von jährlich 500 Millionen Euro und der Vereinbarkeit mit EU-Recht gibt es weiterhin Zweifel. Experten schätzen, dass die Erwartungen des Verkehsministeriums zu hoch sind und geht davon aus, dass der Bund draufzahlen wird.

"Keine Extrabelastung" für deutsche Autofahrer

Die CSU hatte im Wahlkampf 2013 die Einführung der Maut versprochen und löst nun Ihr Wahlversprechen ein. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt hat alles auf die Wege gebracht. Entgegen der ursprünglichen Planung sollen nun fünf anstatt lediglich drei Mautkategorien eingeführt werden. Demnach wird es zusätzlich zu den Preisstufen von fünf, zehn und 15 Euro Vignetten für 2,50 und 20 Euro geben.
Wie viel ausländische Autofahrer zahlen müssen, richtet sich nach der Dauer wie auch nach der Schadstoffklasse des Fahrzeugs. Umweltfreundliche Autos zahlen demzufolge weitaus weniger.

Hier die wichtigsten Fragen zur PKW-Maut zusammengefasst:

Welche Strecken werden mautpflichtig?

Deutsche Autofahrer sollen für das knapp 13.000 Kilometer lange Autobahnnetz und die insgesamt 39.000 Kilometer umfassenden Bundesstraßen Maut zahlen. Pkw-Fahrer aus dem Ausland nur auf den Autobahnen.

Was kostet die Maut dem deutschen Autofahrer?

Für deutsche Autofahrer soll der Maximalbetrag bei 130 Euro liegen, im Schnitt soll sie 67 Euro kosten. Alle inländischen Autobesitzer müssen eine Jahresmaut zahlen, die sich nach Größe und Umweltfreundlichkeit des Motors staffelt.

Diesel und Benziner – Müssen alle dasselbe zahlen?

Nein! Es wird klar unterschieden: Der Betrag richtet sich nach Größe und Umweltfreundlichkeit des Motors und wird dementsprechend gestaffelt. Bei besonders sauberen Autos (Euro 6) soll die Steuer sogar stärker sinken als der Mautbetrag.

Müssen alle die PKW-Maut zahlen?

Nein! Motorräder, Elektroautos, Wagen von Behinderten und Krankenwagen sind mautfrei. Das gleiche gilt laut Verkehrsministerium für Fahrzeuge von Bundeswehr, Polizei, Katastrophenschutz sowie Krankentransporte.

Müssen Wohnmobile den Mautbetrag zahlen?

Ja! Wohnmobile kosten 16 Euro pro 200 angefangene Kilogramm Gesamtgewicht – bis zu einer Kappungsgrenze von 130 Euro.

Sind Oldtimer von der Maut betroffen?

Ja! Für Autos mit Oldtimer-Kennzeichen werden pauschal 130 Euro fällig

Gibt es ähnlich wie in Österreich eine Klebevignette an die Scheibe?

Nein! Es soll keine Klebevignetten geben. Mautzahler werden über das Nummernschild ihres Autos erkannt und stichprobenartig kontrolliert. Per Kamera soll es eine flächendeckende Kennzeichen-Kontrolle geben. Ausländische Daten sollen nur hierfür erfasst und schnell wieder gelöscht werden.

Wer erhebt die Maut?

Laut Bundesverkehrsministerium soll die Pkw-Maut vom Kraftfahrt-Bundesamt eingezogen werden. Geplant ist jedoch, dass die Behörden einen privaten Drittanbieter mit der Abwicklung beauftragen soll. Der Anbieter soll auch die Plattform für ausländische Fahrzeughalter entwickeln. Das Kraftfahrt-Bundesamt wird den Anbieter beaufsichtigen.

Was passiert, wenn man nicht zahlt?

Wer keine Maut zahlt und erwischt wird, muss eine Geldbuße zahlen. Genaue Summen sind noch nicht festgelegt. Geldbußen sollen auch im Ausland eingetrieben werden.

Was ist, wenn ich keine Autobahn oder Bundesstraße nutze?

Deutsche Autofahrer, die nachweisen können, dass sie in einem Jahr nicht auf Autobahnen und Bundesstraßen gefahren sind, können die Maut zurückfordern. Nachweis könnte ein Fahrtenbuch sein.

Was müssen ausländische Autofahrer zahlen?

Für Ausländer gibt es neben der genauso berechneten Jahresmaut auch zwei mögliche Kurzzeittarife: eine Zehntagesmaut für 2,50 bis 25 Euro sowie eine Zweimonatsmaut für 7 bis 50 Euro - je nach Größe und Umweltfreundlichkeit.

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