Blaulicht hat Vorfahrt

Geschrieben von mw. Veröffentlicht in Sicherheit

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Das kennen wir aus dem Alltag. Wir sind auf unserem Weg zur Arbeit und planen schon mal in Gedanken den Tag durch. Jäh werden wir aus unseren Überlegungen gerissen, denn im Rückspiegel taucht ein Rettungsfahrzeug mit Martinshorn auf. Wie verhält man sich dann korrekt?

Ein paar Regeln sind zu beachten

Wenn Feuerwehr oder Polizei mit Blaulicht und Martinshorn unterwegs sind, können Menschen in Not sein - dann ist schnelle Hilfe gefragt. Oftmals werden die Rettungskräfte jedoch durch Fehlverhalten und Unwissenheit der Verkehrsteilnehmer in ihrer Arbeit behindert. Dabei sollte der Einsatz des Blaulichts und des Martinshorns bei den Einsatzfahrzeugen eigentlich für eine freie  Fahrt sorgen. Mit den Sondersignalen wird das Wegerecht der Einsatzfahrzeuge angekündigt und das bedeutet für sämtliche anderen Verkehrsteilnehmer, dass der Weg für die Fahrzeuge freigemacht werden muss.

Verhalten innerhalb der Stadt

Die Stadt birgt für die Retter eine Vielzahl an Herausforderungen. Dazu zählen parkende Autos, die Zufahrten zu Häuserblocks versperren, bis zu Lkws, die in der zweiten Reihe anhalten, um ihre Ladung abzuliefern. Dabei ist es einfach, den Rettern ein Umfeld zu schaffen, in der sie ihren Aufgaben professionell und schnell nachkommen können.


Quelle: DRKRichten Sie sich nach diesen einfachen Regeln, um Rettungskräfte zu unterstützen:

1. Wenn Sie ein Rettungsfahrzeug bemerken, verringern Sie Ihre Geschwindigkeit und halten Sie umgehend am rechten Fahrbahnrand an.
2. Bremsen Sie nicht zu unvermittelt und abrupt, das begünstigt Auffahrunfälle.
3. Nachdem das Einsatzfahrzeug an Ihnen vorbeigefahren ist, vergewissern Sie sich vor Ihrer Weiterfahrt, ob eventuell noch weitere Rettungsfahrzeuge folgen.
4. Sollte die Straße so eng sein, dass die Rettungskräfte nicht überholen können, fahren Sie zügig weiter und halten Sie bei nächster, passender Gelegenheit am rechten Fahrbahnrand.
5. Verhalten Sie sich bitte genauso, wenn Ihnen ein Einsatzfahrzeug mit Sondersignalen entgegenkommt.

Verhalten an der Kreuzung

Fahren Sie auf keinen Fall auf die Kreuzung, wenn ein Einsatzfahrzeug mit Martinshorn und Blaulicht naht. Fahren Sie vor der Kreuzung an den rechten Fahrbahnrand und warten Sie, bis das Einsatzfahrzeug vorbeigefahren ist. Auf eventuell nachfolgende Retter achten.

Verhalten auf der Landstraße

Beachten Sie bitte die höhere Geschwindigkeit der eintreffenden Einsatzfahrzeuge! Bremsen Sie mit Augenmaß langsam ab und halten sie möglichst weit rechts, damit die Rettungskräfte nicht auf die Gegenspur ausweichen müssen. Verhalten Sie sich gleich, wenn Ihnen Einsatzwagen auf der Landstraße entgegenkommen.

Verhalten an Ampeln

1. Bei einer roten Ampel weichen Sie nach rechts aus und überfahren Sie ggf. die Haltelinie, um die Durchfahrt für die Retter zu ermöglichen.
2. Bei einer grünen Ampel bleiben Sie unverzüglich stehen, wenn Fahrzeuge mit Sondersignalen eintreffen. Verzichten Sie auf Ihre Vorfahrtsrechte.
Nicht nur die Autofahrer, auch Fußgänger und Radfahrer müssen an Ampeln auf Ihre Vorrechte zugunsten von Einsatzfahrzeugen verzichten.

Verhalten auf der Autobahn

Durch Unfälle auf Autobahnen bilden sich schnell kilometerlange Staus, die es den Rettern erschweren, an die Unfallstelle zu gelangen.

Im Stau sind folgende Vorgaben zu beachten:

1. Achten Sie im Stau auf akustische Signale wie z.B. das Martinshorn. Drehen Sie bitte hierzu das Radio leiser und öffnen Sie das Fenster ein wenig.
2. Durch den Seitenspiegel sollten Sie von Zeit zu Zeit den rückwärtigen Verkehr im Auge behalten, um eintreffende Rettungsfahrzeuge frühzeitig zu bemerken.
3. Steigen Sie nicht aus dem Fahrzeug aus und laufen Sie keinesfalls auf der Autobahn oder dem Standstreifen umher.
4. Bilden Sie eine Rettungsgasse.


Wie bilde ich eine Rettungsgasse?

Um eine Rettungsgasse überhaupt bilden zu können, halten Sie bei einer Staubildung genügend Abstand zum Vordermann, damit Sie ggf. problemlos rangieren können. Dafür müssen die Fahrzeuge auf der rechten Spur so weit rechts wie möglich fahren und auf der linken Seite so weit links wie möglich.

Bei zwei Fahrstreifen wird also die Mitte geräumt, bei drei Fahrstreifen wird zwischen der linken und der mittleren Spur eine Rettungsgasse geschaffen. Lassen Sie bitte die Rettungsgasse auch nach Durchfahrt von Polizei- und Rettungsfahrzeuge offen, damit weitere Einsatzahrzeuge folgen können. Der Standstreifen einer Autobahn kann nicht als Rettungsweg benutzt werden, da er nur für Pannenfahrzeuge vorgesehen ist. Halten Sie die Rettungsgasse frei, bis der Stau sich aufgelöst hat.

Zum Thema Rettungsgasse haben wir bereits einen Artikel veröffentlicht: Verhalten im Notfall: Die Rettungsgasse rettet Leben!

Was man tunlichst unterlassen sollte

Folgen Sie niemals einem Einsatzwagen durch die Rettungsgasse, das behindert den Einsatz, ist strengstens verboten und wird mit einem Bußgeld von mindestens 50 Euro und 3 Punkten geahndet. Auch darauf muss man leider immer wieder hinweisen: Rettungsfahrzeuge dürfen niemals überholt oder an ihrer freien Fahrt gehindert werden, denn Polizei- und Rettungsfahrzeuge im Einsatz haben Sonderrechte. Sollte man den Rettungsfahrzeugen im Einsatz in die Quere kommen und einen Unfall verursachen, ist man in den überwiegenden Fällen für entstandenen Schaden haftbar.

Fazit

Eigentlich sollte das jeder wissen: Rettungsfahrzeuge haben Vorfahrt! Leider gibt es immer mehr Zeitgenossen, denen sogar die einfachsten Verhaltensweisen im Straßenverkehr, wie z.B. das Blinken beim Abbiegen oder Fahrspurwechsel nicht mehr geläufig sind. Ähnlich gestrickt sind Verkehrsteilnehmer, die tatsächlich noch auf ihre Vorfahrt beharren, wenn ein Einsatzfahrzeug heranrauscht. Auch beim Räumen der Fahrspur geben sie ihren Unmut über ein Eintreffen von Rettungsfahrzeugen dadurch kund, dass sie einfach stupide mitten auf der Straße stehenbleiben. Auf dieses ignorante, unsoziale Verhalten muss im Straßenverkehr verzichtet werden, da dieses das Eintreffen der Rettungskräfte verzögert und Menschenleben gefährdet. Arbeiten wir also mit den Rettungskräften zusammen, denn letztendlich Sie sind es, die uns und unsere Familien schützen.

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