Starthilfe: wie mache ich es richtig?

Geschrieben von mw. Veröffentlicht in Tipps & Trends

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Um die richtige Starthilfe kursieren viele Gerüchte und Meinungen. AUTOFAHRERSEITE.EU hat für Sie die wichtigsten Fakten Rund um das Thema Starthilfe zusammengefasst und zeigt auf, wie es geht.

Batterie leer, was nun?

Viele Autofahrer kennen das aus Erfahrung. Man steigt an einem Wintertag morgens in sein Auto und betätigt die Zündung. Nichts passiert - noch nicht einmal die Kontrolllampen des Armaturenbretts leuchten auf. Was war passiert? Im günstigsten Fall wurde die Batterie durch die Fahrten am Vortag mit vielen Verbrauchern wie Licht, Heizung, Scheibenheizung, Sitzheizung, Klimaanlage und vielen Startvorgängen so stark belastet, dass sie bei der Fahrt nicht aufgeladen werden konnte. Den Rest erledigten dann die kalten Temperaturen der Nacht. Ein effektiver und schneller Weg, das Fahrzeug wieder flott zu bekommen, ist die Starthilfe durch ein anderes Fahrzeug. Aber hierbei passieren viele Fehler, worauf muss man also achten?

So gebe ich Starthilfe

Was wird benötigt?

  1. Ein Starthilfekabel mit der DIN-Norm 72553/ISO-Norm 6722, vorteilhaft sind Varianten mit einem Überlastungsschutz zum Schutz vor Spannungsspitzen. Vergleichen Sie beim Kauf die Leitwerte des Kabels mit den Spezifikationen ihres Fahrzeugs. Laut ADAC muss der Kabelquerschnitt für Motoren über 2,5 l Hubraum mindes+tens 16 mm², bei Diesel-Pkw mindestens 25 mm² betragen. Gerade Kabel mit einer Isolierung über den Kontaktzangen sind dabei vorzuziehen, da ein versehentliches Berühren von Metallteilen mit der Zangenoberfläche vermieden wird.
  2. Ein Fahrzeug, dessen Starterbatterie die gleiche Voltspannung (meistens 12 Volt) beträgt. Alternativ kann man hier auch ein Akku-Pack mit gleichen Nennwerten einsetzen.

Wie gehe ich vor?

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  1. Bevor man mit der Verkabelung anfängt, sollte unbedingt das Bordbuch zu Rate gezogen werden. Hier sind die Informationen über den Standort der Spenderbatterie und die Starthilfemöglichkeiten aufgezeigt. Ist kein Bordbuch vorhanden und sind Sie unsicher, welche z.B. die Starterbatterie oder die Komfortbatterie ist, brechen Sie hier bereits den Starthilfevorgang ab. Kontaktieren Sie ihre freie Werkstatt und lassen Sie sich über das weitere Vorgehen informieren.
  2. Haben Sie die Hinweise bzgl. des Vorgangs in ihrem Bordbuch gelesen, parken Sie das Spenderfahrzeug nah genug mit der Position der Spender/Starterbatterie neben ihrem Fahrzeug, sodass Sie mit der Länge des Starthilfekabels die Batterien erreichen können. Achten Sie unbedingt darauf, dass die Fahrzeuge sich nicht berühren, um einen Masseschluss zu vermeiden.
  3. Wichtig ist, dass der Überbrückungsvorgang nicht bei geöffneter Zündung erfolgt. Richtig ist: Erst den Schlüssel herausziehen, 10 Min. warten.
  4. Wenn im Bordbuch nichts anderes angegeben ist:
    a)    Klemmen Sie zuerst das rote Starthilfekabel an den Pluspol der entladenen Batterie.
    b)    Befestigen Sie das andere Ende des Kabels an den Pluspol der Spenderbatterie.
    c)    Klemmen Sie nun das schwarze Kabel an den Minuspol der Spenderbatterie.
    d)    Das andere Ende des Kabels befestigen Sie bitte an einer unlackierten Stelle im Motorraum z.B. beispielsweise am Motorblock. Achten Sie bitte darauf, mit den Kontaktzangen des Starthilfekabels keine anderen Teile des Kfz zu berühren. Überprüfen Sie, dass die Kabel beim Starten des Fahrzeugs nicht in bewegliche Komponenten (Lüfter, Lichtmaschine, div. Keilriemen etc.) geraten können.
    e)    Sollten Fremdstartpunkte im Bordbuch angegeben sein, sind natürlich diese - gemäß den Vorgaben - zu benutzen.
  5. Starten Sie nun das Spenderfahrzeug.
  6. Schalten Sie beim zu überbrückenden Fahrzeug in den Leerlauf.
  7. Starten Sie das Fahrzeug.
  8. Wenn das Fahrzeug läuft, schalten Sie einen starken elektrischen Verbraucher ein (Gebläse, Sitz/Heckscheibenheizung)
  9. Lösen Sie zuerst das schwarze Minuskabel bei beiden Fahrzeugen, dann erst das rote Pluskabel.
  10. Schalten Sie die elektrischen Verbraucher wieder aus.

Anlasser dreht sich nicht?

Wenn der Startvorgang nicht eingeleitet werden konnte, sich z.B. der Anlasser nicht bewegt, nehmen Sie keine weitere Überbrückung mehr vor. Empfindliche Bauteile des Kfz können dadurch geschädigt werden. Lösen Sie zügig sämtliche Verbindungen wie bereits beschrieben. Kontaktieren Sie ihre freie Werkstatt und informieren Sie sich über das weitere Vorgehen.

Wie geht man weiter vor?

War der Startvorgang erfolgreich, muss das Kfz erst einmal bewegt werden um die Batterie wieder aufzuladen. Schalten Sie unnötige Verbraucher aus und machen Sie z.B. eine Überland- oder Autobahnfahrt. Eine allgemein gültige Fahrtzeit gibt es nicht, je nach Fahrzeug kann diese variieren. Oft ist aber eine halbe Stunde Autobahnfahrt ausreichend, um weitere Startvorgänge zu ermöglichen.

Fahren Sie umgehend zu ihrer freien Werkstatt und lassen Sie ihre Batterie checken, denn man kann nicht sicher sein, dass die Batterie am nächsten Morgen oder sogar beim nächsten Startvorgang einwandfrei funktioniert.

Alles rund um die Batterie

Autofahrerseite.eu hat viele Hintergrundinformationen zum Thema Batterie in verschiedenen Artikeln für Sie zusammengefasst, hier die Übersicht:
Defekte Batterie: Kapitale Schäden durch falsche Starthilfe! »
Autobatterie regelmäßig checken lassen »
Autobatterien: Welche Varianten gibt es? »


Vorsicht, bitte beachten!

● Auschlusskriterien für Starthilfe sind z.B. ein verbauter Sensor auf dem Massepol der Batterie.
● Bei Fahrzeugen mit Start-Stopp System sollte man strikt nach Bordbuch vorgehen. Besser ist: Kontaktieren Sie ihre Werkstatt!
● Geben Sie keine Starthilfe über den Zigarettenanzünder. Laut Tests des ADAC ist eine problemlose Starthilfe über den Zigarettenanzünder nicht gewährleistet.


Fazit

Oftmals kündigen sich Schäden an der Batterie nicht an. Bereits in der heißen Jahreszeit werden die Batterien in Mitleidenschaft gezogen und quittieren dann im Winter ihren Dienst. Wenn Sie sich unsicher bezüglich des Vorgehens oder der technischen Eigenschaften ihres Fahrzeugs sind, starten Sie bitte keine Selbstversuche, denn kapitale, teure Schäden können die Folge sein. Kontaktieren Sie ihre unabhängige Werkstatt und lassen Sie sich über das weitere Vorgehen informieren, dann sind Sie auf der sicheren Seite.

Übrigens… eine Werkstatt, der Sie mit gutem Gefühl Ihr Auto anvertrauen können, finden Sie bei uns in der Werkstattsuche

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