Dieselkrise: Nur nicht verunsichern lassen?!

Geschrieben von Ralf Galow. Veröffentlicht in Tipps & Trends

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Liest man als Verbraucher die Schlagzeilen zur Manipulation von Abgaswerten, zu dem darauf basierenden Werteverfall von Bestandsfahrzeugen, zu sinkenden Diesel-Zulassungszahlen und zu den fahrzeugherstellerfinanzierten "Umweltprämien" für den Austausch von Dieselfahrzeugen Euro 4 oder älter, dann können einen diese Schlagzeilen schon verunsichern. Wir raten jedoch dringend dazu, in jedem Fall gut überlegt zu handeln.

Das wir als Verbraucher täglich manipuliert werden, das ist kein Geheimnis. Schließlich stellen wir in Summe den milliardenschweren Absatzmarkt dar. So geraten wir als Verbraucher immer wieder zwischen die Mühlen der alternativen Realitäten: Megakonzerne, Lobbyisten, Medien, angebliche Verbrauchervertreter, Parteien und Institutionen schaffen jeweils die Informationslage, die den eigenen Zielen, oder denen der Geldgeber im Hintergrund, in die Karten spielen.

So ist es nicht leicht, in der derzeit sehr komplexen Informationslage, die eigene Orientierung zu finden, ohne Lehrgeld zu bezahlen. Ein paar Einflussfaktoren, Argumente und Sichtweisen, die Sie kennen sollten, haben wir für Sie zusammengetragen:

Aktuelle Elektroautos die Lösung?

Eine aktuelle Studie des schwedischen Umweltministeriums zur Produktion von Lithium-Ionen-Akkus für Elektro-Autos zeigt: Bei der Herstellung der Batterien eines Tesla Model S entstehen rund 17,5 Tonnen CO2. Betrachtet man den Vergleich zu einem Verbrennerfahrzeug kumuliert, dann überholt das Elektroauto den Verbrenner in puncto CO2-Bilanz erst nach 200.000 km. Hinzu kommt beim E-Auto noch der CO2-Eintrag für den benötigten Fahrstrom, denn dieser wurde in der Studie nicht berücksichtigt. Unberücksichtigt blieb auch der Verbrauch der seltenen Erden, die für die Produktion der Akkus, Magnete und Elektronikbausteine benötigt werden.

Ungeklärt ist auch, wie flächendeckend und von der Anzahl her die notwendigen Ladestationen zur Verfügung stehen könnten und wie und ob das bestehende Stromnetz die hohe Anzahl von E-Autos, die gleichzeitig geladen werden müssten, verkraften würde.

Verbraucher müssen zudem in den kommenden Jahren noch tiefer für Strom in die Tasche greifen als heute schon. So erwartet die EU-Kommission einen drastischen Anstieg der Strompreise bis 2030. Wie aus einem internen Strategiepapier der Kommission hervorgeht, über das die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, rechnet Brüssel mit einer inflationsbereinigten Kostensteigerung von 50 Prozent. Zurzeit ist der Strom an öffentlichen Ladestationen doppelt so teuer wie Kraftstoff, da die Abrechnung nach Ladezeit erfolgt. Günstiger wird es derzeit also nur für die E-Autofahrer, die ihr E-Auto zu Hause tanken. Verschweigen darf man nicht, die durch die E-Mobilität entstehende zunehmende Abhängigkeit von den Stromgiganten wie E.On, RWE, Vattenfall und Co.

Hart aber wahr: Umweltfreundlich wird ein E-Auto erst dann, wenn eine andere Akku-Technologie zum Einsatz kommt und der benötigte Ladestrom weitestgehend aus regenerativen Energiequellen stammt. Gefordert ist auch die Regierung, die im Sinne der Bürger wirksame Rahmenbedingungen für die Mobilitätskosten setzen muss.

Effiziente, umweltfreundliche Verbrenner und Hybride

Betrachtet man neben den notwendigen Umbaumaßnahmen, die für die flächendeckende Elektromobilität unserer Gesellschaft notwendig wären, auch die Anschaffungs- und Betriebskosten sowie die Ökobilanzen von Elektrofahrzeugen, dann wir schnell klar, dass Fahrzeuge mit effizienten Verbrennungsmotoren oder mit Plug-in-Hybriden noch lange die absolut vorherrschende Antriebstechnik sein werden. Auch die Dieseltechnologie steht noch lange nicht vor dem Aus. Sie wird sich, genau wie die Plug-in-Hybridtechnik, jedoch auf das Segment der teureren Fahrzeuge beschränken, da sowohl die Hybridtechnik als auch die Diesel-Abgasreinigungssysteme mit Harnstoffeinspritzung aufwendig und damit kostspielig sind.

Und leider hat sich die Brennstoffzellen-/Wasserstofftechnologie, die im Bereich der Fahrzeugantriebe eine deutlich bessere Ökobilanz aufweist, als die Elektrotechnologie, sich aufgrund der fehlenden Lobby nicht durchsetzen können.

Unser Fazit

Sollte sich die Elektromobilität trotz der Umweltvorbehalte (siehe oben) tatsächlich durchsetzen, dann lauert auf all diejenigen, die sich derartige Fahrzeuge zugelegt haben, eine Verbraucherfalle: denn aus internen EU-Papieren geht hervor, dass aufgrund des notwendigen Klimaschutzes mit einer Verdoppelung der Strompreise bis 2030 zu rechnen ist. Selbst wenn die Preissteigerungen nicht so drastisch ausfallen sollten und lediglich die oben angenommenen 50% betragen würden, könnten viele E-Autobesitzer von dieser Preisspirale und der hohen Abhängigkeit zu den Mega-Stromkonzernen überrascht werden. Hinzu kommt der Fakt, dass gebrauchte E-Autos mit der aktuellen Akku-Technologie sich wohl in ein paar Jahren als unverkäuflich herausstellen werden.

Abschließend noch ein Wort zu den Umwelt- oder Umtauschprämien für Dieselfahrzeuge mit Abgasnorm Euro 4 oder älter, wie Sie von Volkswagen, Audi, BMW und anderen Fahrzeugherstellern angeboten und finanziert werden: Jeder Verbraucher ist selbst gefragt zu entscheiden, ob er sein altes Dieselfahrzeug auf Basis eines dieser Angebote eintauscht oder nicht. Aus Umweltschutzgründen ist das schon sinnvoll, denn ein aktueller Benziner oder Euro 6 Diesel mit Harnstoff- / AdBlue-Einspritzung stößt garantiert deutlich weniger Schadstoffe (NOX + CO2) aus. Zudem lassen sich Steuern sparen und auch die durchschnittlichen Verbräuche liegen in der Regel deutlich unter denen älterer Fahrzeuge. Auch in puncto der angedrohten Fahrverbote wäre man auf der sicheren Seite.

Umtausch-Interessenten sind also gefragt, alle finanziellen und individuellen Gründe in die Waagschale zu werfen, um mündig die richtige Entscheidung treffen zu können. Dass der Verbraucher mündig ist, zeigt der Umweltbonus für Elektrofahrzeuge, der sich weiterhin als Flop präsentiert. Nach einem Jahr Laufzeit wurden aus dem 600 Mio. Fördertopf lediglich 41 Mio. Euro = 6,8 Prozent abgerufen (13.083 Elektroautos + 9.937 Plug-in-Hybride), ohne dass sich in den letzten Monaten eine gravierende Zunahme von Anträgen erkennen lässt.

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