Gurtpflicht: Ausnahmen beim Anschnallen?

Geschrieben von mw. Veröffentlicht in Verkehr

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Eigentlich geht man ja, als Autofahrer, davon aus, dass Anschnallen Pflicht ist. Nun gibt es tatsächlich Ausnahmen der Regelung, aber zu welchem Zweck? Wir haben uns für Sie schlau gemacht.

Ängste haben sich gelegt

Der eine oder andere Autofahrer erinnert sich noch an die Zeit vor der 1976 eingeführten Gurtpflicht. Das Fahren ohne Gurt wurde allerdings erst am 1. August 1984 mit einer Strafe (40 DM) belegt. Die Ängste, die zu dieser Zeit noch herrschten (Gurt nicht lösbar, Flucht aus havariertem Pkw nicht möglich etc.) haben sich mittlerweile gelegt und der Nutzen des Gurtes ist vom Autofahrer akzeptiert.

Ausnahme mit Einschränkung

Allerdings gibt es tatsächlich Ausnahmen der Regel (StVO, § 21 a »») und z.B. bei Fahrten im Auto bei Schrittgeschwindigkeit auf einem Parkplatz oder bei Rückwärtsfahrten kann das Abschnallen erlaubt sein. Dabei ist das kein Freibrief für Gurtmuffel, sondern ermöglicht z.B. älteren oder bewegungseingeschränkten Verkehrsteilnehmern ein einfacheres Einparken oder Rangieren auf den Flächen. Gerade bei älteren Mitbürgern, deren Sehfeld eingeschränkt ist, macht diese Regelung Sinn.

Übertreiben sollte man es allerdings nicht, da die Befreiung vom Gurt nicht gilt, wenn verkehrsbedingt Schrittgeschwindigkeit gefahren wird oder man über eine längere Distanz in langsamem Tempo nach einem Parkplatz sucht.

Wie ist das denn bei Bus- und Taxifahrern?

Im Bereich der Fahrgastbeförderung gelten andere Regeln. Denn hier sind die Busfahrer von der Anschnallpflicht befreit. Das Gleiche gilt auch für Fahrer im Lieferdienst.
Taxifahrer mussten sich bis Ende 2014 aufgrund einer Ausnahmeregelung aus den 70er Jahren nicht anschnallen. Grund für diese Regelung waren Bedenken, dass Taxifahrer bei Überfällen nicht schnell genug die Flucht hätten ergreifen können. Aktuell besteht daher auch für Taxifahrer eine Anschnallpflicht.

Kinder immer anschnallen!

Kinder bedürfen einer besonderen Aufmerksamkeit, auch was die Anschnallpflicht angeht. Und daher werden Missachtungen der Anschnallpflicht bei Kindern härter bestraft. Das Verwarnungsgeld liegt bei 30 Euro, Bußgelder können bis zu einer Höhe von 70 Euro plus einem Punkt in Flensburg angeordnet werden.

Fazit

Der Gurt wurde bereits 1902 erstmals in einem Fahrzeug benutzt. Und er macht heute noch mehr Sinn als damals. Der Verkehr ist dichter und die gefahrenen Geschwindigkeiten sind höher als in der Vergangenheit. Und auch die vermeintlichen Ausnahmen sind so streng reglementiert, dass man es im Straßenverkehr nicht darauf ankommen lassen sollte. Nur für den einen oder anderen älteren Mitbürger bedeutet es eine Erleichterung, wenn beim Parkvorgang der Oberkörper frei bewegt werden kann. Also, wie hieß es früher doch so schön: „Klick – Erst gurten, dann starten“

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