fbpx

Neue Umweltzonen: „Blaue Plakette“ in Planung?

Veröffentlicht in Umwelt

Quelle: AUTOFAHRERSEITE.EUQuelle: AUTOFAHRERSEITE.EU

Viele Autofahrer waren nach einer Nachrüstung oder einem Fahrzeugwechsel froh, nun endlich mit grüner Plakette in alle Umweltzonen einfahren zu dürfen. Das soll sich jetzt mit der neuen „Blauen Plakette“ abermals ändern. Für 13 Millionen Pkw würde dies ein Fahrverbot in den betroffenen Zonen bewirken!

Hohe Wertminderung

Viele Autofahrer empfinden die Planung, ab 2017 eine „Blaue Plakette“ einzuführen, als eine Enteignung durch die Hintertür, denn ihre wenige Jahre alten Fahrzeuge könnten - auch bei niedrigem Kilometerstand und bester Pflege - zukünftig nur noch ein Bruchteil des Wertes besitzen. Zusätzlich dazu würde diesen Fahrzeugen die Einfahrt in die Innenstädte verwehrt, was nicht ausschließlich für Berufstätige und Familien katastrophal wäre, sondern auch gerade ältere Mitbürger erst einmal vehement in ihrer Bewegungsfreiheit einschränken würde. Wie ist denn der Stand der Planung?

Nicht nur Diesel-Pkw verantwortlich

Laut dpa könnte es für ca. 13 Millionen Autofahrer demnächst unmöglich sein, in neu angelegte Umweltzonen einzufahren. Denn Bundesumweltministerin Barbara Hendricks plant, eine sogenannte „Blaue Plakette“ einzuführen. Diese Plakette soll vorrangig die Belastung von Ballungsgebieten durch Stickstoffdioxide (NO2) einschränken. Pkw ab Euro-6-Norm werden die Plakette erst dann erhalten, wenn sie die, von der EU festgelegten Grenzwerte auch im alltäglichen Verkehr nachweislich einhalten. Die Messwerte vieler Fahrzeughersteller werden nach dem VW Emissionsskandal weiterhin in Frage gestellt und überprüft.

Unabhängig von den Emissions-Manipulationen verschiedener Fahrzeughersteller ist es aber auch  Fakt, dass die Schadstoffbelastungen in Deutschland von 1990 bis 2013 um mehr als die Hälfte gesunken sind. Und für den größten Anteil der restlichen Belastung sind vorwiegend die Lkw auf den deutschen Straßen verantwortlich.


Viel Kritik an Plaketten-Plänen

Aber es gibt bereits Gegenstimmen zu den Plänen. Denn Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt spricht sich im Gespräch mit der „Bild am Sonntag“ gegen die blaue Plakette aus: „Die Pläne sind vollkommen unausgegoren und mobilitätsfeindlich. Das Ergebnis wäre ein faktisches Einfahrtverbot für Dieselfahrzeuge“, was er nicht akzeptieren werde.

Und auch in den eigenen Reihen mehren sich die Gegenstimmen, denn SPD-Fraktions-Vize und Verkehrsexperte Sören Bartol spricht sich gegen die Pläne eine Einführung der blauen Plakette aus. Grundsätzlich kann die Plakette aber nur bei einer Einigung der Bundesregierung eingeführt werden.

Hintergrund der Pläne ist die anhaltend hohe Stickoxidbelastung in vielen deutschen Städten. Denn bereits in 2015 hatte die EU-Kommission ein Mahnschreiben an die Bundesregierung gerichtet und mit einer Klage in dem Falle gedroht,  wenn nicht zeitnah weitere Maßnahmen umgesetzt würden, die eine Umwelt-Belastung mit Stickoxiden reduzieren.

Dabei ist Deutschland in Europa mit erhöhten Grenzwertüberschreitungen nicht allein, denn auch 17 andere Mitgliedstaaten haben höhere Emissionen gemeldet. Gegen Frankreich, Großbritannien, Spanien, Italien und Portugal wurden bereits Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet.

Fazit

Wieder einmal soll der Autofahrer für die Versäumnisse der Industrie und der Politik aufkommen. Und dies, bei einer Einführung der blauen Plakette, mit weitgehenden Eingriffen in seine Bewegungsfreiheit und enormen Wertverlusten bei den eigenen Pkw. Rechtlich gesehen, ist das Unterfangen mehr als fraglich, denn hier werden die Fahrzeuge entwertet, die vor der geplanten Gesetzgebung zugelassen wurden. Für nachträglich beschlossene Gesetze kann keinesfalls der Halter des Fahrzeuges haften, der guten Glaubens in ein sauberes, aktuelles Fahrzeug investiert hat.

Nachdem im Laufe der Einführung der grünen Plakette bereits Millionen an Fahrzeugen entwertet wurden (die übrigens jetzt zum großen Teil auf anderen Kontinenten ihren Dienst verrichten…) kann es nicht sein, dass jetzt u.a. fast neuwertige Fahrzeuge wieder für einen „Schrottpreis“ ins Ausland wandern. Denn nicht jeder Bürger kann sich einen aktuellen Neuwagen leisten - und schon gar nicht, wenn er das Fahrzeug in zwei Jahren wieder veraltet ist.

Wie wäre es denn, wenn die Bundesregierung, anstatt Milliarden in fehlgeplante Großprojekte zu versenken, dieses Geld in Subventionen für Autofahrer umwandeln würde, um z.B. eine Umrüstung des Kfz zu finanzieren? Allein der Berliner Flughafen BER hat sich mittlerweile um ca. 4,6 Milliarden Euro (kaufkraftbereinigt) verteuert.

Hätte man diesen Fehlbetrag an die Autofahrer weitergereicht, würde für jeden der 13 Millionen betroffenen Autobesitzer bereits über 356 Euro Bezuschussung ausmachen. Zählen wir jetzt noch die Investitionen für den Stuttgarter Bahnhof und den gescheiterten Transrapid dazu, wäre eine zusätzliche Abgasreinigung der betroffenen Pkw zweifellos finanziert.
In diesem Sinne, eine allzeit sichere und gute Fahrt wünscht AUTOFAHRERSEITE.EU.

 

 

Damit Sie diese Information mit Ihren Freunden und Bekannten teilen können, folgen Sie uns einfach hier auf FACEBOOK, liken Sie uns und teilen sie diesen Beitrag!

Übrigens… eine Werkstatt, der Sie mit gutem Gefühl Ihr Auto anvertrauen können, finden Sie bei uns in der Werkstattsuche

Haben Sie Fragen oder suchen Sie Antworten zu Themen, dann schicken Sie uns Ihre Fragen rund ums Autofahren! Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Fotos dieses Artikels:
Quelle: AUTOFAHRERSEITE.EU


      Verwandte Artikel:


 

Inhaltsrechte Text und Bild