Reifendruckkontrollsystem Teil I: Wächter des Luftdrucks

Geschrieben von mw. Veröffentlicht in Nachrüstung & Zubehör

Jedes, ab dem 1. November 2014 in Europa neu zugelassene Kfz und Wohnmobil muss mit einem  Reifendruckkontrollsystem ausgestattet sein. Das hört sich erst einmal gut an, aber die wenigsten wissen, was das ist und wie die Systeme funktionieren. Wir haben nachgehakt..

Pannen durch fehlerhaften Luftdruck

Quelle: Huf/©berndgabrielQuelle: Huf/©berndgabriel

Der Reifendruck beeinflusst Sicherheit, Fahreigenschaften und Spritverbrauch des Autos. Das ist vielen Autofahrern bekannt. Und weil das wichtige Aspekte für die Teilnahme am Straßenverkehr sind, sollte man sie durchaus ernst nehmen. Bei 250.000 Reifenpannen pro Jahr werden ca. 80 Prozent der Pannen durch fehlerhaften Reifendruck herbeigeführt. 2009 war dann Schluss mit lustig und die EU klopfte den Autoherstellern mit der RDKS-Pflicht auf die Finger. Diese Systeme sind übrigens in den USA schon lange Pflicht und heißen dort TPMS – Tire pressure Monitoring System.

RDKS/TPMS – wie funktioniert das?

Das System überwacht fortwährend den Druck in allen Reifen und bei einem Druckverlust wird der Fahrer durch eine Anzeige im Display gewarnt. Das zur Zeit am Markt befindliche RDKS teilt sich auf in zwei verschiedene Systeme:
 
System 1: indirekt messende RDKS
 
Hierbei wird nicht der reale Reifendruck gemessen, sondern aus der Drehzahl der Räder wird der Druckverlust errechnet. Raddrehzahlsensoren des ABS oder ESP registrieren fortlaufend die Umdrehungen des Reifens. Bei Druckverlust des Reifens schrumpft der Abrollumfang, bei gleicher Geschwindigkeit dreht sich das Rad dann schneller. Die Sollwerte werden mit abweichenden Ist-Daten abgeglichen und der Fahrer wird durch die Anzeige auf dem Display über die Veränderung informiert. Moderne indirekte Systeme arbeiten mit einer Spektrumanalyse, die druckabhängige Reifenschwingungen überwacht und so eine Warnmeldung für den Fahrer absetzt.
 
System 2: direkt messende RDKS
 
Quelle: Schrader
Bei direkt messenden Systemen wird an jedem Radventil ein batteriebetriebener Sensor in der Felge angebracht. 
Temperatur und Druck werden fortlaufend gemessen, per Funk an ein Steuergerät übermittelt und dort aufbereitet. Im Display des Fahrers erscheint dann die genaue Angabe zum Reifendruck. Falls der Druck aus dem Toleranzbereich abweicht, wird der Fahrer sofort gewarnt. Bei diesem System muss die Batterie des Reifendrucksensors frühestens nach sieben, spätestens nach zehn Jahren gewechselt werden. Der Sensor wir dabei gleich mit getauscht, da er fest mit der Batterie verklebt ist.


Fazit
 
Tolle Sache, so ein RDKS/TPMS, denkt man. Hat ja viele Vorteile. Und das ist richtig, denn ein korrekter Reifendruck ist unverzichtbar für eine sichere Teilnahme am Straßenverkehr. Nachrüsten ist nicht nur möglich, sondern bei verschiedenen Automodellen auch Pflicht. Da kann der Reifenwechsel aber auch schon mal teuer werden. Bis zu 140 Euro pro Rad kann ein System kosten. Informationen dazu gibt es hier auf autofahrerseite.eu und bei Ihrer unabhängigen Kfz-Werkstatt. Die kann Sie auch beraten, welche Systeme die wichtigen für Ihr Fahrzeug sind und bei welchen sich gleichzeitig die Kosten im Rahmen halten.

Übrigens… eine Werkstatt, der Sie mit gutem Gefühl Ihr Auto anvertrauen können, finden Sie bei uns in der Werkstattsuche

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Quelle: Huf/ ©berndgabriel; Schrader

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