Vorsicht Motorschaden: Unbedingt auf den Ölstand achten!

Geschrieben von mw. Veröffentlicht in Wartung

Eigentlich sollte es jeder wissen. Und auch beachten. Der Ölstand eines Fahrzeuges sollte regelmäßig überprüft werden, ansonsten drohen kapitale Motorschäden. Doch obwohl der Check schnell gemacht und wichtig ist, wird er oft vernachlässigt. Wir zeigen Ihnen auf, warum Sie den richtigen Ölstand im Auge halten sollten.

Ein falscher Ölstand führt zu frühzeitigem Motorverschleiss

Quelle: GTÜ

Annähernd jeder vierte Autofahrer ist laut einer Studie der Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) und Castrol mit einem zu niedrigen Ölstand unterwegs. Dabei verlassen sich viele Autofahrer auf den regelmäßigen Ölwechsel bei der Inspektion. Diese Intervalle sind allerdings für die Ölfüllstandskontrolle viel zu lang und können sogar in vielen Fällen zum Motorschaden führen. Eine weitere Quelle für Motorschäden liegt in der Gefahr des fehlerhaft ausgeführten Auffüllens des Öls.
Zugegeben: nicht jeder Hersteller platziert die Markierungen auf dem Ölpeilstab sinnvoll. Oftmals ist die Umsetzung irreführend, unklar oder schwer verständlich.
Wenn man trotz allem die Füllstandsanzeige für Maximum- und Minimum- Befüllung lokalisiert hat, sollte man im Hinterkopf behalten, dass zwischen den beiden Markierungen durchschnittlich nur ein Liter Öl-Befüllung liegt.
Mit fortschreitender Laufleistung sinkt das Leistungsvermögen des Motoröls und je geringer die Ölmenge wird, desto mehr wird diese durch thermische und mechanische Belastung in Anspruch genommen. Ein höherer Verschmutzungsgrad und ein schnellerer Alterungsprozess sind die Folgen. Das Risiko von Nockenwellen- oder  Pleuellagerschäden wächst. Schwarzschlamm sich bilden, dem Motor droht ein vorzeitiges Aus.
Ganz anders zeigt sich das bei einer Überbefüllung des Öls: Ein, durch Fehler beim Nachfüllen bedingter, zu hoher Ölstand, verursacht einen weiteren Motordefekt, der insbesondere bei Dieselmotoren mit Partikelfilter auftritt.
Durch das Freibrennen des Filters und die dadurch bedingte, mögliche Einspritzung zusätzlichen Kraftstoffs können Brennrückstände ins Motoröl gelangen, sich dort ablagern und schwere Schäden verursachen.

Überflüssiges Öl verursacht hohe Emissionen

Sollte das Motorenöl im alltäglichen Gebrauch die Betriebstemperatur durch viele Kurzstrecken nicht erreichen, kann der Kraftstoff nicht wieder ausdampfen. Dies führt zu einer Erhöhung des Ölstands. Darauf folgt das Eintauchen der Kurbelwelle in den Ölstand, Ölnebel wird produziert und über die Belüftung des Gehäuses in den Brennraum eingeblasen.
Hohe Emissionen, eine unsaubere Verbrennung und eine verminderte Leistung können die Folgen sein. Um Schäden an Kurbelwelle und am Katalysator vorzubeugen, ist es ratsam, überschüssiges Öl in der unabhängigen Kfz-Werkstatt abzulassen.

Ölkontrolllampe ist kein Frühwarnsystem

Wenn die Ölkontrollleuchte aufleuchtet, kann es bereits zu spät sein. Also - sofort anhalten und den Motor ausstellen. Anders als viele Autofahrer vermuten, unterrichtet die Ölkontrollleuchte nicht über den Ölstand, sondern über den Öldruck im Motor. Quelle: Castrol
Wenn der Motor also weiter betrieben wird, kann die Schmierung der Gleitlager gefährdet sein. Dies würde unweigerlich zum kapitalen Motorschaden führen. Das Mischen verschiedener Öle ist ebenfalls nicht ratsam, da durchaus Einflüsse auf Leistungsfähigkeit und Lebensdauer des Motors zu erwarten sind. Es ist wichtig, beim Nachfüllen des Öls unbedingt die Herstellerangaben auf den Ölbehältern zu beachten und sie mit den für das Fahrzeug empfohlenen Ölen abzugleichen.
Bei der Verwendung von nicht für das Kfz zugelassenen Ölen und daraus resultierenden Motorschäden, erlischt in der Regel die Gewährleistungspflicht des Herstellers. Achten Sie deshalb auf eine regelmäßige Kontrolle des Motoröls und vergleichen Sie die Vorgaben bei Ihrem Pkw mit den Spezifikationen auf dem Ölbehälter.

Fazit

Wenn die rote Leuchte vom Ölstand blinkt, kann es bereits zu spät sein. Denn, anders als oftmals vermutet ist die Ölkontrollleuchte kein Füllstandsanzeiger.
Sollte der Öldruck abgefallen sein, schalten Sie den Motor besser sofort aus. Prüfen Sie den Ölstand regelmäßig, je nach Fahrzeug und Laufleistung evtl. sogar wöchentlich. Sollten Sie bei der Wahl des Öls unsicher sein, fragen Sie ihre unabhängige Kfz-Meisterwerkstatt, denn diese kann Ihnen genau sagen, welches Motorenöl das richtige für Ihren Motor ist. In Ihrer Werkstatt erhalten Sie übrigens auch den Liter Motoröl, den Sie dabei haben sollten. So kommen Sie nicht in eine Notlage und sparen sich bei langen Fahrten die hohen Kosten für Öle an den Autobahntankstellen.

Übrigens… eine Werkstatt, der Sie mit gutem Gefühl Ihr Auto anvertrauen können, finden Sie bei uns in der Werkstattsuche

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Quelle: GTÜ; Castrol

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