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Diesel: Ist eine Hardwarenachrüstung das Richtige für mich?

Geschrieben von cm. Veröffentlicht in Finanzen

Die Themen Dieselskandal und Hardwarenachrüstung sind weiterhin in aller Munde. Mittlerweile liegen die ersten behördlichen Genehmigungen für SCR-Nachrüstsysteme vor. Wir erklären, für wen sich eine Nachrüstung lohnt und ob Sie möglicherweise einen Zuschuss in Höhe von 3.000€ vom Hersteller Ihres Autos bekommen können.

Quelle: AUTOFAHRERSEITE.EUQuelle: AUTOFAHRERSEITE.EUBei der sogenannten Hardwarenachrüstung handelt es sich um eine zusätzliche Abgasreinigung mit einem speziellen Katalysator, die nachträglich in Dieselfahrzeuge der Abgasnorm Euro 5 eingebaut wird. Dadurch werden die Stickoxid-Emissionen des Autos im Fahrbetrieb gesenkt und es kann in bestehende und zukünftige Dieselfahrverbotszonen einfahren. Auch wenn im Volksmund in diesem Zusammenhang teilweise von einem Filter gesprochen wird, ist diese Bezeichnung irreführend. Im Katalysator werden die gesundheitsschädlichen Stoffe nicht ausgefiltert, sondern direkt in unbedenkliche Verbindungen (nämlich Wasser und Stickstoff, wie er auch in der Luft vorkommt) umgewandelt.

Die Hardwarenachrüstung beschenkt sich dabei aus verschiedenen Gründen auf Euro 5 Diesel. Erstens machen diese Fahrzeuge einen großen Anteil des Gesamtdieselbestands aus. Außerdem produzieren diese Fahrzeuge auf der Straße besonders große Mengen der gesundheitsschädlichen Stickoxide. Zusammen mit der Prüfstandserkennung und den illegalen Abschalteinrichtungen, die VW und andere Fahrzeughersteller in Ihre Dieselmodelle eingebaut hatten, ist dieser Umstand ursächlich für den “Dieselskandal“.

Darf ich nach der Umrüstung in Diesel-Fahrverbotszonen fahren?

Ja. Das Auto behält nach dem Einbau des Nachrüstsystems zwar die Schadstoffnorm Euro 5, darf aber zukünftig in städtische Fahrverbotszonen einfahren. Damit die Behörden nachgerüstete Fahrzeuge bei Kontrollen identifizieren können, wird ein Eintrag in den Fahrzeugpapieren vorgenommen.

Sind die Nachrüstsysteme wirksam und ausgereift?

Diese Frage lässt sich ebenfalls mit einem klaren “Ja!“ beantworten. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass diese Systeme den Stickoxidausstoß während der Fahrt auf unter 270 mg/km reduzieren müssen. Dieser Wert liegt zwar 20 mg/km über dem Laborgrenzwert für einen Euro 4-Diesel und beinahe 200 mg/km über dem zulässigen Wert nach Euro 6d-Temp. In Anbetracht der Tatsache, dass serienmäßige Euro-5-Fahrzeuge durchschnittlich mehr als 900mg NOx pro km ausstoßen, verringert sich der Schadstoffausstoß durch die Nachrüstung also enorm, selbst wenn nur der neue Höchstwert von 270 mg/km eingehalten wird.

Mit dem Einbau des Systems geht ein geringfügiger Mehrverbrauch von höchstens 6 Prozent einher, Grund ist der Stromverbrauch des Systems, den der Motor kompensieren muss. Auch die Haltbarkeit der Systeme ist klar vorgeschrieben und liegt mit 5 Jahren oder 100.000 Kilometern Fahrleistung in einem Bereich, der vermutlich etwa der Restlebensdauer der meisten Gebrauchtwagen mit Euro 5 entspricht. Der Einfluss der Nachrüstung auf Baugruppen außerhalb des Abgassystems ist zu vernachlässigen, sodass nach jetzigem Stand nicht mit größeren Nebenwirkungen zu rechnen ist.

Wo kann ich mein Fahrzeug nachrüsten lassen?

Rechtlich gesprochen kann die Nachrüstung in jeder anerkannten AU-Kraftfahrzeugwerkstatt durchgeführt werden. Also in jeder Meisterwerkstatt, die auch Abgasuntersuchungen durchführt.

Welche Fahrzeuge können nachgerüstet werden?

Aktuell liegen Genehmigungen des Kraftfahrtbundesamtes für Nachrüstsysteme für Pkw der Marken Mercedes-Benz, Volkswagen, Audi, Seat und Skoda, Volvo sowie BMW vor. Auch leichte Nutzfahrzeuge der Modelle VW T5 und Crafter sowie der Mercedes-Benz Sprinter können nachgerüstet werden. Die passenden Systeme liefert das Unternehmen HJS aus dem Sauerland. Eine genaue Auflistung der Typen, für die eine Nachrüstung damit möglich ist, finden Sie hier!

Natürlich hilft Ihnen auch Ihre unabhängige Fachwerkstatt gerne bei der Beantwortung der Frage, ob Ihr Auto gegenwärtig nachgerüstet werden kann.

Was sind die Vor- und Nachteile einer Nachrüstung?

Insbesondere wenn Sie planen, Ihren Diesel noch eine längere Zeit zu nutzen, bietet sich die Nachrüstung durchaus an. Denn so können Sie wieder in Fahrverbotszonen einfahren und müssen sich keine Sorgen um zukünftige Fahrverbote machen. Außerdem ist damit zu rechnen, dass sich die Nachrüstung positiv auf den Werterhalt Ihres Autos auswirkt. Unter Umweltgesichtspunkten ist eine Hardwarenachrüstung in der Gesamtbilanz ohnehin sinnvoll.

Rein wirtschaftlich gesprochen sollte allerdings immer sorgfältig entschieden werden, ob es sinnvoll ist, weiterhin an einem älteren Fahrzeug festzuhalten und eine hohe Summe in dessen Nachrüstung zu investieren. Dies gilt besonders für Fahrzeuge, bei denen sich der Hersteller nicht an den Kosten beteiligt. Eine mögliche Alternative könnte darin bestehen, das Fahrzeug in Zahlung zu geben und einen Benziner oder einen Diesel der Abgasnorm Euro 6 anzuschaffen.

Wer bekommt einen Zuschuss vom Fahrzeughersteller?

Gegenwärtig beteiligen sich der Volkswagenkonzern und Daimler mit bis zu 3.000€ an den Kosten einer Hardwarenachrüstung. Dies allerdings nur bei Privatkunden, die bestimmten Städten und Kreisen wohnen und nur unter bestimmten Bedingungen.

Ausschlaggebend ist hier die Liste der sogenannten Intensivstädte, in denen die Stickoxidbelastung besonders hoch ist. Derzeit lautet sie: Backnang, Bochum, Darmstadt, Düren, Düsseldorf, Frankfurt/Main, Hamburg, Heilbronn, Kiel, Köln, Limburg an der Lahn, Ludwigsburg, München, Reutlingen, Stuttgart.

Außerdem muss das Fahrzeug mindestens seit dem 02.10.2018 auf den aktuellen Halter zugelassen sein, der außerdem im Falle von Mercedes-Benz auch mindestens seit diesem Zeitpunkt in einer der Intensivstädte oder einem angrenzenden Landkreis leben muss. Gegebenenfalls gibt es Sonderregelungen für Pendler und Menschen mit einem Behindertenausweis, die Sie beim Fahrzeughersteller oder in Ihrer unabhängigen Fachwerkstatt erfragen können.

Fazit

Wer etwas für die Umwelt sowie den Werterhalt seines Autos tun und zugleich den zunehmenden Dieselfahrverboten entgehen möchte, für den ist die Hardwarenachrüstung eine gute Lösung. Ganz besonders natürlich dann, wenn sich der Fahrzeughersteller finanziell daran beteiligt. Alternativ ist betroffenen Autofahrern zu raten, die aktuell guten Angebote für Neufahrzeuge in Erwägung zu ziehen. Neufahrzeuge sind mit hohen Rabatten, Umweltprämien und den aktuell günstigen Finanzierungskonditionen ein attraktiver Anreiz für den Umstieg.

Sprechen Sie einfach die Fachleute in Ihrer unabhängigen Kfz-Meisterwerkstatt auf dieses Thema an. Dort berät man Sie unabhängig und kompetent. Übrigens können auch Handwerker und andere gewerbliche Nutzer einen Zuschuss zur Nachrüstung erhalten, dieser stammt allerdings aus einem öffentlichen Fördertopf. Wenn Sie sich für eine Hardware-Nachrüstung interessieren oder sich einfach unabhängig zum Thema beraten lassen wollen, dann ist Ihr Kfz-Meisterbetrieb natürlich der richtige Ansprechpartner.

Übrigens… eine Werkstatt, der Sie mit gutem Gefühl Ihr Auto anvertrauen können, finden Sie bei uns in der Werkstattsuche

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Quelle: AUTOFAHRERSEITE.EU


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