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Bremsflüssigkeit regelmäßig kontrollieren!

Veröffentlicht in Wartung

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Wenn plötzlich ein Hindernis vor dem Auto auftaucht, kommt es drauf an! Die Bremse muss unmittelbar und absolut zuverlässig auf den Fahrer reagieren. Wieso es so wichtig ist, dass Sie regelmäßig die Bremsflüssigkeit in Ihrem Fahrzeug checken lassen, erklären wir hier.

Wer an Bremsversagen denkt, der wird womöglich an durchgeschnittene Bremsleitungen denken. Zum Glück passiert das in der Realität weitaus seltener als in Hollywood. Allerdings können die Bremsen früher oder später von ganz alleine versagen. Ganz so martialisch wie gerade beschrieben muss es nämlich gar nicht ablaufen, damit die Bremse nicht mehr ihren Zweck erfüllt. Zwar sind intakte Bremsleitungen absolut essentiell, allerdings spielen auch ganz natürliche Faktoren eine nicht unerhebliche Rolle. Mit der Zeit verschleißen Bremsbeläge, Bauteile wie die Bremsscheibe können ausfallen, aber auch die Bremsflüssigkeit muss regelmäßig überprüft und gewechselt werden. Und die Bremsflüssigkeit haben die wenigsten auf dem Schirm. Im Bremssystem muss ausreichend davon vorhanden sein und die Flüssigkeit muss sich in einem tadellosen Zustand befinden.

Was geschieht eigentlich beim Bremsvorgang?

Fahrradfahrer kennen das: Je fester man den Bremshebel anzieht, desto stärker die Bremsleistung. Gleiches gilt zwar auch für die Bremse im Auto, allerdings reicht der Druck, den der Fahrer auf das Bremspedal ausübt, bei Weitem nicht aus, um annähernd ausreichend Kraft auf die Bremsscheiben zu übertragen, um das Fahrzeug abzubremsen. Damit das gelingt, ist ein hydraulisches System im Fahrzeug verbaut. Vereinfacht gesprochen wird im Bremssystem mithilfe eines Bremszylinders Druck aufgebaut, sobald das Pedal getreten wird. Die Bremsflüssigkeit, die sich in den Leitungen des Bremssystems befindet, überträgt diesen durch den Bremskraftverstärker verstärkten Druck dann auf die Radbremse. Der Druck auf die Bremsescheiben ist also um ein Vielfaches höher, als der Druck, den der Fahrer auf das Pedal ausübt.

Druck erzeugt Wärme

Moderne Bremsflüssigkeiten haben im Neuzustand einen Wassergehalt von etwa 0,05%. Dadurch liegt der Siedepunkt je nach Sorte bei etwa 200 bis 280 Grad Celsius. Dieser Wert verringert sich bei bereits geringfügig höheren Mengen Wasser um beinahe die Hälfte. So wird bei einer sogenannten DOT-3 Bremsflüssigkeit unter Zugabe von lediglich 3,5% Wasseranteil der Siedepunkt bereits bei rund 140 Grad erreicht. Das kann fatale Folgen haben. Die Bremsflüssigkeit dient dazu, den Druck auf das Bremspedal auf die Radbremse zu übertragen. Bei ausdauernden oder sich ständig wiederholenden Bremsvorgängen, etwa bei einer Bergabfahrt in einer Serpentinenstraße, erwärmt sich die Flüssigkeit bei jedem Pedalanschlag. Bereits eine einzige scharfe Bremsung kann jedoch dazu führen, dass sich die Flüssigkeit in den Bremsschläuchen auf über 140 Grad erhitzt. Durch den nun einsetzenden Verdampfungsprozess entstehen kleine Bläschen in der Flüssigkeit, das Bremspedal wird schwammig und der Fahrer muss beim Bremsen immer weiter durchtreten. Die Bremsen können dabei im schlimmsten Fall unversehens komplett ausfallen.

Wie gelangt Wasser in die Bremsflüssigkeit?

Dass früher oder später Wasser in die Bremsflüssigkeit geraten kann und wird ist ein vollkommen normaler Prozess. Im Deckel des Nachlaufbehälters befindet sich ein kleines Belüftungsloch. Dieses sorgt für den nötigen Druckausgleich bei sich verändernden Füllständen innerhalb des Bremskreislaufs. Damit ist das Belüftungsloch Fluch und Segen gleichermaßen. Lässt es notwendige atmosphärische Belüftung auf der einen Seite zu, können durch die Öffnung über die Zeit Wasserpartikel aus der Umgebungsluft in das System angesaugt werden. Auch poröse Schläuche und Dichtungen können mitverantwortlich sein, wenn sich Wasser an die Bremsflüssigkeit bindet. Unschöner Nebeneffekt: Gelangt zu viel Wasser in das System, korrodieren etliche Teile. Bremsleitungen, -kolben und -zylinder müssen dann kostenintensiv ausgetauscht werden.

Fazit

Je nach Sorte sollte die Bremsflüssigkeit je nach Herstellervorgabe alle ein bis zwei Jahre getauscht werden. Der Service reißt kein Loch in die Finanzen, Sie umgehen damit die oben genannten Mangelerscheinungen und ersparen sich so hohe Folgekosten. Lassen Sie den Austausch in einer unabhängigen Werkstatt ausführen, denn vom Wechsel in Eigenregie ist dringend abzuraten. Nachdem das Bremssystem auf Dichtigkeit und Verschleiß geprüft wurde und die Bremsflüssigkeit nachgefüllt wurde, muss das gesamte System entlüftet werden, damit das Bremssystem fehlerfrei funktionieren kann. Es gibt eine Vielzahl von verschiedenen Bremsflüssigkeiten am Markt, mit verschiedensten Kennziffern wie DOT-3, DOT-4, DOT-5 und DOT-5.1. Der Fachmann weiß, welche Flüssigkeit nach Herstellervorgabe für Ihr Fahrzeug die Richtige ist.

Übrigens… eine Werkstatt, der Sie mit gutem Gefühl Ihr Auto anvertrauen können, finden Sie bei uns in der Werkstattsuche

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