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Dieselfahrer aufgepasst! Das sollten Sie im Winter beachten

Geschrieben von cm. Veröffentlicht in Tipps & Trends

Quelle: AUTOFAHRERSEITE.EUQuelle: AUTOFAHRERSEITE.EU

Früher einmal galt der Dieselmotor als nicht winterfest. Grund war der hohe Gefrierpunkt herkömmlicher Dieselkraftstoffe im Vergleich zum Benzin. Dank mehrerer technischer Innovationen sowohl im Auto, als auch im Treibstoff hat sich das mittlerweile geändert. Dennoch sollten Diesel-Besitzer das ein oder andere beachten, um sicher und komfortabel durch den Winter zu kommen.

Hätte Ihr Diesel-Pkw einen durchsichtigen Tank, würde ihnen ab Temperaturen von etwa minus 7 Grad Celsius eine deutliche Veränderung auffallen. Denn dort liegt der sogenannte Trübpunkt vieler Dieseltreibstoffe. Gemeint ist damit die Temperatur, ab der die ersten flüssigen Bestandteile des Diesels fest werden, also gefrieren und winzig kleine Kristalle bilden. Wird es noch kälter, bilden sich aus den ersten feinen gefrorenen Partikeln immer größere Flocken, bis schließlich der gesamte Tankinhalt nicht mehr fließfähig ist. Meist wird der Kraftstofffilter mit seinen feinen Poren jedoch schon deutlich früher zum unüberwindbaren Hindernis für den immer dickflüssigeren Diesel und die darin enthaltenen Flocken. Verstärkt wird dieser Effekt oft dadurch, dass Wasser aus der Umgebungsluft in den Tank und von dort in den Diesel gelangen kann. Bei Frost bildet es Eiskristalle, die ebenfalls ihren Teil zum Verstopfen der Filter beitragen.

Klar, dass der Motor spätestens dann nicht mehr starten kann. Moderne Dieselfahrzeuge verfügen daher über ein Heizsystem, das den Kraftstofffilter erwärmt und den Kraftstoff darin flüssig hält. Besonders Fahrzeuge, die für den Einsatz in extrem kalten Regionen vorgesehen sind, verfügen außerdem noch über Heizungen für die Kraftstoffleitungen und teilweise sogar für den Tank. In Ländern mit gemäßigtem Klima ist dies jedoch nicht notwendig.

Sommerdiesel und Winterdiesel

Zeitraum

Filtrierbarkeitsgrenze

15.04. bis 30.09.

0°C

01.10. bis 15.11.

-10°C

16.11. bis 28.02.

-20°C

01.03. bis 14.04.

-10°C

Auch der Kraftstoff selbst leistet einen wichtigen Beitrag dazu, dass Dieselfahrer frostigen Temperaturen heute entspannt entgegensehen können. Denn die Mineralölfirmen stellen für den Winter besondere Dieselmischungen mit einem niedrigeren Gefrierpunkt her. Ebenso wie jeder andere Kraftstoff, den man an der Tankstelle kaufen kann, wird auch Diesel aus verschiedenen Erdölbestandteilen und -produkten zusammengemischt. Außerdem kommen noch spezielle Zusatzstoffe, die sogenannten Additive dazu. Im Winterdiesel sorgen diese beispielsweise dafür, dass sich aus den feinen Kristallen im Tank erst bei sehr kalten Temperaturen größere Flocken bilden, die Filter und Leitungen verstopfen könnten.

Die Eigenschaften für Winterdiesel sind gesetzlich vorgeschrieben und finden sich in der Norm DIN/EN 590. Dort ist festgelegt, welche Eigenschaften der Diesel zu bestimmten Jahreszeiten haben muss. Maßgeblich für die Frosthärte ist die sogenannte Filtrierbarkeitsgrenze, bis zu der ein Kraftstoff durch einen typischen Filter fließen muss.

Tipps für den Alltag

Besonders Wenigfahrer sollten ab November daran denken, ihr Auto vor dem ersten richtigen Kälteeinbruch mit Winterdiesel vollzutanken. Wann Sie an der Tankstelle automatisch Winterdiesel zapfen, können Sie unserer Tabelle entnehmen. Der beste Zeitpunkt für einen Tankstopp liegt dann, wenn der Tank gerade möglichst leer ist. Außerdem sollten alle Dieselbesitzer darauf achten, dass Ihr Fahrzeug regelmäßig in der Werkstatt gewartet wird. Besonders wenn der Kraftstofffilter bereits altersbedingt zugesetzt ist, kommt es bei tiefen Temperaturen schnell zu Problemen. Falls Sie sich unsicher sind, ob ein Filterwechsel notwendig ist, sprechen Sie die Fachleute in Ihrer unabhängigen Werkstatt an, dort berät man Sie gerne.

Sinken die Temperaturen sehr weit unter null, empfiehlt es sich außerdem, das Fahrzeug möglichst kälte- und windgeschützt abzustellen.

Finger weg von alten “Hausmitteln“!

In der Vergangenheit haben Dieselfahrer im Winter zu Benzin, Kerosin oder gar zu Spiritus gegriffen und damit den Diesel im Tank verdünnt, um ihn bei Kälte fließfähig zu halten. Bei modernen Fahrzeugen ist davon jedoch dringend abzuraten. Denn aktuelle Kraftstoffpumpen und Einspritzsysteme reagieren auf Verunreinigungen im Diesel extrem empfindlich. Die Folge sind oft teure Motorschäden.

Ist der Wagen einmal wegen nicht fließfähigen Diesels stehen geblieben, hilft leider nur Geduld, bis der Kraftstoff wieder aufgetaut ist. Idealerweise sollte das Auto dazu in eine warme Garage oder eine warme Werkstatt gebracht werden. Wenden Sie sich in diesem Fall unbedingt an einen Fachbetrieb, dieser überprüft auch das Kraftstoffsystem auf weitere Beschädigungen und wechselt falls nötig verstopfte Filter aus.

Fazit

Dank Filterheizungen und speziellem Winterkraftstoff können auch Diesel-Besitzer der kalten Jahreszeit inzwischen gelassen entgegensehen. Bleibt das Auto unerwarteterweise in Folge eines extremen Kälteeinbruchs trotzdem stehen, hilft nur langsames Auftauen sowie gegebenenfalls die Pannenhilfe aus ihrer unabhängigen Werkstatt. Diese überprüft das Kraftstoffsystem Ihres Fahrzeugs gerne und tauscht gegebenenfalls den Kraftstofffilter aus, bevor es zu einer Panne kommt.

Übrigens… eine Werkstatt, der Sie mit gutem Gefühl Ihr Auto anvertrauen können, finden Sie bei uns in der Werkstattsuche

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