Quelle: AUTOFAHRERSEITE.EU

eCall wird Pflicht - Neue Autos rufen bei einem Unfall selber Hilfe

Geschrieben von cm. Veröffentlicht in Sicherheit

Ab April 2018 müssen alle Automodelle, die erstmals in der EU zugelassen werden, mit dem neuen Notrufsystem eCall ausgestattet sein. Im Falle eines Unfalls wird über das System automatisch der Notruf 112 gewählt um die Reaktionszeit der Rettungskräfte zu reduzieren.

Laut Angabe der EU-Kommission kamen bei Unfällen innerhalb der EU im Jahr 2012 28.000 Menschen ums Leben und 1.1 Million Menschen wurden verletzt. Zur Verringerung dieser Zahlen wurde bereits im Jahr 2013 ein europäisches Gesetz zur Einführung eines automatischen Notrufsystems verabschiedet - wir berichteten. Ab April diesen Jahres wird das Notrufsystem mit dem Namen “eCall“ Pflicht für neue Fahrzeugmodelle.

Mit dem Notrufsystem sollen die Reaktionszeiten der Rettungskräfte im EU-weiten Schnitt gesenkt werden und zwar um 40% in der Stadt und um 50% auf dem Land. In wie fern dies auch in Deutschland eintreten wird ist fraglich, da es in Deutschland jetzt schon unter zehn Minuten dauert, bis Retter vor Ort sind. Eine weitere Verringerungdieser Zeit ist nur bedingt realistisch.

Das Notrufsystem funktioniert über das Handy-Netz

Kern des eCall ist eine Sim-Karte, die fest im Auto eingebaut ist und ähnlich funktioniert, wie die Sim-Karte im Handy. Die Karte ist nicht aktiv, bis die Sensoren des Fahrzeugs einen Unfall erkennen. Beispielsweise durch negative Beschleunigung oder das Auslösen der Airbags. Ist dies geschehen, wählt die Fahrzeugelektronik selbständig die Nummer 112 und stellt eine Sprachverbindung zur Einsatzzentrale her. Diese kann nun mit den Fahrzeuginsassen kommunizieren und die benötigten Rettungskräfte zur Einsatzstelle dirigieren. Auch wenn im betroffenen Fahrzeug niemand verletzt ist, kann eCall helfen, denn möglicherweise gibt es außerhalb des Fahrzeugs Unfallbeteiligte, die selbst keinen Notruf wählen können. An die Einsatzleitstelle übermittelt eCall zusätzlich zum Gespräch Daten wie die Position und Bewegungsrichtung des Fahrzeugs vor dem Unfall.

Datenschutz soll erhalten bleiben

Die Vorgaben der EU-Kommission verlangen, dass eCall nach Eintreten eines Unfalls aktiviert werden kann, um die Daten der Fahrzeuginsassen zu schützen. Ein rechtskonformes eCall-System kann daher nicht genutzt werden, um ein Bewegungsprofil zu erstellen und eCall benötigt keine personenbezogenen Daten. Ob und inwiefern das Notrufsystem von Dritten manipuliert oder anderweitig missbraucht werden kann, lässt sich gegenwärtig noch nicht sagen. Derartige Manipulationen wären allerdings illegal und sind nicht von der EU-Verordnung gedeckt.

Fazit:

Die Autos der nahen Zukunft werden im Falle eines Unfalls selbstständig Hilfe rufen. Das System dafür wird erst nach der Erkennung eines Unfalls aktiviert. So bekommen Unfallopfer schnellere Hilfe, während gleichzeitig die Privatsphäre der Autofahrer erhalten bleiben soll.

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